Dach- und Fachverband

der Berliner Selbsthilfekontaktstellen

Strukturempfehlungen Selbsthilfe-Kontaktstellen

Aufgaben- und Leistungsprofil der Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen

1        Fachpolitischer Rahmen

Selko e.V. ist Fach- und Dachverband der Träger von Berliner Selbsthilfekontaktstellen und der Kontaktstellen Pflegeengagement. Der Verband hat zurzeit 17 Mitglieder und vertritt die fachpolitischen Anliegen und Interessen des Bereichs der professionellen Engagementförderung und Selbsthilfeunterstützung in Berlin.
Die folgenden Empfehlungen basieren

  • auf einer Jahrzehnte langen Erfahrung professioneller Selbsthilfeunterstützung in Berliner Kontaktstellenden
  • Empfehlungen des Fachverbandes DAG SHG Deutsches Arbeitsgemeinschaft Selbsthilfegruppen e. V. als einer der anerkannten Spitzenvertreter der Selbsthilfehilfe auf Bundesebene aus dem Jahr 2001
  • den Empfehlungen zur Finanzierung von Selbsthilfekontaktstellen durch Länder; Kommunen und Krankenkassen, die als Ergebnis von zwei Modellprojekten des Bundesministeriums Familie, Senioren, Frauen und Jugend für die alten und die neuen Bundesländer 1996 vorgeschlagen wurden
  • und den Empfehlungen zur Selbsthilfeförderung auf kommunaler Ebene des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge in Frankfurt am Main 1998  

Die Empfehlungen wurden formuliert

  • auf dem Hintergrund der Anerkennung der Selbsthilfe als „vierte Säule“[4]  sozialer und gesundheitlicher Versorgung durch nahezu alle gesellschaftlichen und fachpolitischen Akteure (Parteien, Fachverbände der Betroffenen und von Berufsgruppen, Krankenkassen, Wohlfahrtsverbänden).
  • unter Berücksichtigung der vom ‚Forum zur Entwicklung und Umsetzung von Gesundheitszielen in Deutschland’[5] formulierten Zielen für den Bereich: ‚Gesundheitliche Kompetenz erhöhen, Patientensouveränität stärken’
  • unter Berücksichtigung der Gemeinsamen und einheitlichen Grundsätze der Spitzenverbände der Krankenkassen zur Förderung der Selbsthilfe gemäß § 20 h  SGB V. 

Die Empfehlungen des Dachverbandes der Berliner Selbsthilfekontaktstellen selko e.V.  zum Leistungs- und Ausstattungsprofil von Selbsthilfekontaktstellen sind ein Beitrag zur Verständigung über institutionelle und fachliche Standards von Selbsthilfe-Kontakt­stellen.  

2       Konzeptionelle Grundlagen  

Selbsthilfe-Kontaktstellen unterstützen Einzelpersonen und Gruppen dabei, ihre Anliegen gemeinsam auf der Basis ihrer eigenen Möglichkeiten zu realisieren. Die Leitbilder, die dem fachlichen Konzept der Selbsthilfe-Kontaktstellen zu Grunde liegen speisen sich daher aus folgenden Konzepten, die vor allem aus der Gesundheitsförderung stammen, ihre Bedeutung aber natürlich auch und gerade für soziale Belange haben:  

1          Die Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung der WHO (1986), die davon ausgeht, dass die Förderung von Gesundheit weit mehr ist, als die Abwesenheit von Krankheit. Die Charta zielt darauf ab, Maßnahmen zu  entwickeln und zu fördern, die Menschen

  • darin stärkt, ihre Interessen zu vertreten
  • sie befähigt (dies zu tun)  und ihnen Möglichkeiten eröffnet, aktiv zu werden „Gesundheitsförderndes Handeln bemüht sich darum, bestehende soziale Unterschiede beim Gesundheitszustand zu verringern sowie  gleiche Möglichkeiten und Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Menschen befähigt werden, ihr größtmögliches Gesundheitspotential zu verwirklichen.“
  • Möglichkeiten zur Vernetzung und Vermittlung von Veränderungswissen zur Verfügung zu stellen Als Ziele und Bedingungen für aktives, gesundheitsförderndes Handeln werden formuliert:
    -          Eine gesundheitsfördernde Gesamtpolitik entwickeln
    -          Gesundheitsförderliche Lebenswelten schaffen
    -          Gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen unterstützen
    -          Persönliche Kompetenzen entwickeln
    -          Die Gesundheitsdienste neu orientieren  

2             Der Empowerment(Selbstermächtigungs)AnsatzDas Konzept zur Ermutigung und Stärkung der eigenen Kräfte von Menschen, ihre Anliegen und Bedürfnisse selbst zu verwirklichen, sieht folgende Elemente vor

  • Menschen darin unterstützen, ihre „Eigenmacht“  und Autonomie freizusetzen - Selbstbestimmung und Potentiale der Selbstorganisation entwickeln
  • Ressourcen fördern, die das ermöglichen -          personale Kompetenzen (weiter-)entwickeln

3             Die Konzepte Salutogenese und Resilienz-Förderung

Salutogenese ist die Wissenschaft von der Entstehung und Erhaltung von Gesundheit. Salutogenese ist das Gegenstück zur Pathogenese, welche die Entstehung von Krankheit betrachtet. Sie geht der Überlegung aus, dass man an Faktoren und Bedingungen für Gesunderhaltung ansetzen muss, statt schon entstandene Krankheiten allein zu behandeln. Resilienz oder ‚psychische Widerstandsfähigkeit‘ ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie durch Rückgriff auf persönliche und sozial vermittelte Ressourcen als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. Der Begriff steht für die Eigenschaft oder Fähigkeit von Menschen, mit Belastungen durch Krankheit oder sozialen Herausforderungen in angemessener Weise umzugehen und so ihre psychische Gesundheit zu erhalten. Diese gilt es zu fördern.  

3       Fachpolitisches Profil der Selbsthilfekontaktstellen in Berlin

Selbsthilfe und Selbsthilfeunterstützung  als Bestandteil kommunaler Grundversorgung   In Berlin sind in den letzten Jahrzehnten auf Landes– und  Bezirksebene Einrichtungen entstanden, die einen fachlich eigenständigen institu­tionellen Arbeitsansatz zur Information und Beratung von Aktiven und Interes­sierten sowie zur Unterstützung und Förderung von Selbsthilfe und bürgerschaftlichem Engagement entwickelt haben: die Selbsthilfekontaktstellen.   Als fachpolitische Standards für die Anerkennung als Kontaktstelle in selko e.V. gelten für diese Vernetzungs- und Unterstützungseinrichtungen folgende Bedingungen:  

Definition                

Selbsthilfekontaktstellen

  • arbeiten fach- und themenübergreifend
  • verfügen über fest angestelltes Personal (Hauptamtlichkeit)
  • haben eigene Räume für die Gruppenarbeit 
  • stellen sachliche und technische Ressourcen zur Verfügung.
  • sind allen Interessierten öffentlich zugänglich _sind nicht gewinnorientiert
  • haben ein fachlich eigenständiges institutionelles Profil in der Öffentlichkeit
  • Selbsthilfeunterstützung wird in diesen Einrichtungen als Haupt­aufgabe geleistet.  

Einrichtungen, die Selbsthilfeunterstützung und Engagementförderung als Nebenaufgabe betreiben, werden dagegen als Unterstützungsstellen bezeichnet.  

Regionale Gliederung und Ausstattungsstandards  

Für Berlin wird von einer flächendeckenden Versorgung mit Angeboten zur Selbsthilfe-Unterstützung und Engagement-Förderung als Bestandteil der sozialen und gesundheitlichen Grundvorsorgung ausgegangen, die                

  • landesweite Aufgaben und Funktionen definiert und vorsieht                
  • regionale Leistungen bereitstellt, die ihren Wirkungskreis im Stadtteil haben.  

Die landesweiten Leistungen werden durch SEKIS erbracht, die bezirksorientierten Aufgaben durch die Regionalen Selbsthilfekontaktstellen.  

Strukturelle Kriterien und Ausstattungsstandards  

1 Personelle Mindestausstattung: Die personellen Ausstattungsstandards orientieren sich an definierten Einzugsbereichen:

  • Für einen Einzugsbereich von etwa 200.000 Einwohnern wird eine personelle Ausstattung von mindestens 1,5 Sozialarbeiterinnen/Sozialarbeiter bzw. Sozialpädagoginnen/Sozialpädagogen als Standard definiert.
  • Für einen Einzugsbereich von bis zu 300.000 Einwohnern sind mindestens 2 Selbsthilfe­berater/innen erforderlich. _Ist der Versorgungsbereich größer als 500.000 Einwohner muss der Personal­schlüssel entsprechend der Einwohnerzahl angepasst werden.   

2 Sachliche Ausstattung

  • Raumausstattung: mindestens 2 Gruppenräume, 1 behindertengerechtes WC
  • Bürokapazitäten: mindestens 1 Büroraum, separate Beratungsmöglichkeit und zeitgemäße technische Büroausstattung
  • Fachliteratur: Literatur zur Gruppenarbeit mit einem Ausgabenvolumen
  • Bestandteil der Zuwendung sind Mittel zur Finanzierung von Honoraren zur Unterstützung von Selbsthilfegruppen und von Veranstaltungen
  • Sachmitteln zur Unterstützung von Selbsthilfegruppen.  

3 Erreichbarkeit Selbsthilfekontaktstellen

  • gewährleisten tägliche Zugangsmöglichkeiten für Gruppen von 9.00 bis 22.00 Uhr
  • erbringen ihre Leistung an mindestens vier Werktagen in der Woche (Öffnungszeiten)
  • mit wöchentlichen Öffnungszeiten von mindestens 20 Stunden
  • haben festgelegte Sprechzeiten an mindestens drei Werktagen in der Woche
  • einmal wöchentlich eine Abendsprechstunde
  • wöchentlich mindestens 12 Stunden für Einzelberatungen (bei 1,5 Stellen)
  • wöchentlich mindestens 8 Stunden Beratungsangebot (bei bis zu einer Stelle).     

4  Das Profil der regionalen Selbsthilfekontaktstellen  

Zielsetzungen und Definition                  

Regionale Selbsthilfekontaktstellen in Berlin unterstützen als regionale Raum- und Serviceangebote Selbsthilfegruppen durch sozialarbeiterische Dienstleistungen und die räumliche, sachliche und technische Ausstattung der Selbsthilfekontaktstelle. Sie sind offen für alle selbsthilfeinteressierten Bürgerinnen und Bürger gemäß dem „Berliner Programm zur Förderung von Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeprojekten - Förderkriterien 90“. Das Leistungsprofil der Selbsthilfekontaktstelle richtet sich an Selbsthilfegruppen, Selbsthilfeprojekte und -intiativen, selbsthilfeinteressierte Bürgerinnen und Bürger, Fachleute im Sozial- und Gesundheitsbereich sowie an die interessierte (Fach-) Öffentlichkeit.                  
In ihrem Einzugsbereich sind sie vorrangige Ansprechpartner für alle Fragen im Hinblick auf Selbsthilfe. Sie arbeiten an der Verbreitung und Weiterentwicklung des Selbsthilfegedankens und seiner Verankerung in der Bevölkerung, in sozialorientierten Institutionen, bei Anbietern von behördlichen und anderen professionellen Diensten des Sozial- und Gesundheitssystems sowie in sonstigen Bereichen des öffentlichen Lebens innerhalb des Einzugsbereiches.                  
Regionale  Selbsthilfekontaktstellen in Berlin unterstützen und aktivieren Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeinitiativen als eine mögliche Form bürgerschaftlichen Engagements in allen Bereichen der Selbsthilfe.                  
Regionale  Selbsthilfekontaktstellen in Berlin nehmen als Selbsthilfeunterstützer Aufgaben wahr, die von den allgemeinen sozialen Diensten und den professionellen Anbietern gesundheitlicher und sonstiger Dienstleistungen nicht erbracht werden können.  Selbsthilfekontaktstellen fördern aktiv die Vernetzung von sozialen, gesundheitlichen und sonstigen Angeboten, soweit sie für die Selbsthilfe relevant sind.   (Auszug aus dem Leistungs- und Ausstattungsprofil für regionale Selbsthilfekontaktstellen Vertragbestandteil des Vertrages zur Bildung von Stadtteilzentren 1999-2002)    

Aufgabenbereiche und Leistungen der Regionalen Selbsthilfekontaktstellen  

1 Information und Vermittlung von Bürgerinnen und Bürgern:

  • Clearing, Informationen und Vermittlung über und in Selbsthilfe(gruppen)
  • Aufklärung über die Leistungsfähigkeit der Selbsthilfe
  • Weitervermittlung an andere Selbsthilfekontaktstellen und sonstige Selbsthilfeeinrichtungen
  • Weitervermittlung an sonstige Einrichtungen, insbesondere des Sozial- und Gesundheitssystems sowie der Familien- und Frauenförderung
  • Vermittlung und Stärkung von Kontakten zwischen den Selbsthilfegruppen
  • Vermittlung an andere Selbsthilfeeinrichtungen sowie bezirksamtseigene und in freier Trägerschaft befindliche Einrichtungen
  • Beantwortung von Anfrage Diese Leistung wird in der Regel im sogenannten ‚Telefondienst‘ erbracht.  

2 Beratung und Unterstützung von Bürgerinnen und Bürgern (ausführliche Beratung 15 Min+)

  • Beratung von Interessierten über Möglichkeiten und Grenzen der Selbsthilfe
  • Beratung zur Gruppengründung
  • Beratung von regionalen Kooperationspartnern
    Zielgröße für den Leistungsumfang: Mindestzahl Sprechstunden: 14 in der Woche.

3 Unterstützung von Selbsthilfegruppen und –projekten

3.1 Unterstützung bei der Gruppengründung

  • Beratung von Gründer/innen
  • Anleitung in der Startphase
  • organisatorische Unterstützung
  • Begleitung von Gruppentreffen 

3.2 Bereitstellung und Vermittlung von Räumen

  • Pflege von Gruppenräumen
  • Erschließung und Dokumentation von Räumen im Stadtteil
      Zielgröße für den Leistungsumfang: Mindestzahl Gruppenräume 2, 1,5 Büros

3.3 Bereitstellen der technischen und sachlichen Ausstattung

  • Kopierer, beamer, Tagungsmaterial

3.4 Hilfe bei der Nutzung und dem Zugang zu Internet

3.5 Unterstützung bei Konflikten in der Selbsthilfegruppe (Supervision)

3.6 Organisation von begleitenden (gemeinsamen) Fachveranstaltungen

3.7 Vermittlung von Referenten für Vorträge (Vorhalten einer Referenten-Liste)

3.8 Unterstützung bei Vernetzung und Kooperation

3.9 Hilfe bei der Erschließung von Fördermitteln
      Zielgröße für den Leistungsumfang: Mindestzahl betreuter Gruppen: 25  

4 Veranstaltungen und Fortbildung

  • Organisation von Informations- und themenbezogenen Veranstaltungen zur und für die Selbsthilfe
  • Kooperation mit Partnern und Referenten
  • Erstellung und Verteilung von Veranstaltungsprogrammen
  • Fortbildung für den Bereich der Kontaktstellenarbeit
      Zielgröße für den Leistungsumfang: Mindestzah lVeranstaltungen im Jahr: 8 

5 Kontinuierliche Mitarbeit im Arbeitskreis der Selbsthilfekontaktstellen

  • Kontinuierlicher fachlicher Austausch mit SEKIS und NAKOS, überregionalen Zusammenschlüssen der Selbsthilfe
  • regelmäßige Teilnahme an fachlichen Fortbildungen Zielgröße für den Leistungsumfang:
    Mindestzahl von selbstorganisierten Fachveranstaltungen pro Jahr:

6  Kooperation

  • Organisation und Teilnahme an Abstimmungstreffen der Kontaktstellen
  • Zusammenarbeit mit Behörden, insbesondere dem jeweiligen Bezirksamt und den bezirksamtseigenen Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitssystems
  • Zusammenarbeit mit anderen regionalen und überregionalen Selbsthilfekontaktstellen sowie Selbsthilfeprojekten
  • usammenarbeit mit freien Anbietern von sozialen, psychosozialen, gesundheitlichen, familienpflegerischen und frauenfördernden Einrichtungen
  • Zusammenarbeit mit Ärzten und Kliniken
  • Zusammenarbeit mit nachbarschaftlichen Einrichtungen und Stadtteilzentren
  • Mitwirkung bei fachlichen Arbeitskreisen oder kommunalpolitischen Gremien, soweit dies die Anliegen der Selbsthilfe adäquat unterstützt  

7  Öffentlichkeitsarbeit

  • Bekanntmachung des Angebots der regionalen Selbsthilfekontaktstelle über geeignete Medien (Programmheft, Flyer, Plakate, Internet)
  • Durchführung von Informationsveranstaltungen über Selbsthilfe
  • Durchführung von oder Beteiligung an Selbsthilfetagen (z.B. „Tag der offenen Tür“) für Gruppen und die Öffentlichkeit
  • Erstellung und Verbreitung von Informationsmaterial
  • Teilnahme von Veranstaltungen zur Multiplikation (SH-Markt)
  • Zusammenarbeit mit Medien  

8  Förderung des ehrenamtlichen Engagements

  • Unterstützung von Ehrenamtlichen in der Kontaktstelle oder in Gruppen
  • Unterstützung von Gruppen bei der Suche nach Ehrenamtlichen
  • Vermittlung und Beratung von Freiwilligen und Freiwilligeninitiativen im Umfeld der Selbsthilfe und mit Stadteilzentren
  • Zusammenarbeit mit Instanzen der Engagementförderung  

9  Dokumentation

  • Erstellung und Bereitstellung einer Übersicht über alle örtlichen Selbsthilfegruppen, -projekte und -initiativen sowie über bezirkliche Einrichtungen, soweit sie für die Selbsthilfe relevant sind
  • Kooperation mit SEKIS zur Dokumentation und regelmäßigen Aktualisierung lokaler Gruppen in der landesweiten Datenbank
  • Dokumentation des Leistungsspektrums und Zahl der Aktivitäten, Auswertung und konzeptionelle Weiterentwicklung der fachlichen Arbeit
  • Erstellung des Sachberichtes und des zahlenmäßigen Nachweises für den jährlichen Verwendungsnachweis.  

10  Weiterentwicklung des Kontaktstellenkonzeptes - Qualitätsentwicklung

Das Arbeitskonzept wird von der Selbsthilfekontaktstelle weiterentwickelt, indem sie

  • die Leistungen der Selbsthilfekontaktstelle darstellt und nachvollziehbar macht
  • Ratsuchende, Gruppen und Nutzer/innen der Kontaktstelle befragt
  • Beschwerdewege aufzeigt und Beschwerden systematisch nachgeht
  • flexibel auf Defizite und Veränderungen im Selbsthilfebereich reagiert
  • regelmäßiger Teambesprechungen durchführt
  • aktive Teilnahme an kollegialer Vernetzung
  • regelmäßige Auswertung von Arbeitserfahrungen
  • kontinuierliche Erweiterung der Fachkenntnisse, Teilnahme an Fortbildungs­veranstaltungen / Fachtagungen  

 

SEKIS
Profil Leistungen der überregionalen Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle  

1 Selbsthilfeunterstützung braucht eine zentrale Anlaufstelle,

  • da viele Themen und Anliegen keinen regionalen, sondern einen thematischen Bezug haben
  • weil es eine Stelle geben muss, an der das Wissen über Gruppen und Initiativen gebündelt wird und für die Arbeit von Multiplikatoren im Sozial- und Gesundheitsbereich verfügbar ist.  

SEKIS hat daher eine Doppelrolle: ·        

  • SEKIS ist die landesweit zuständige Koordinierungsstelle für Selbsthilfe mit eigenen spezifisch überregionalen Aufgaben
  • Die Kontaktstelle erfüllt andererseits auch die Funktion einer Regionalen Selbsthilfekontaktstelle an ihrem Standort im Bezirk Charlottenburg Wilmersdorf.   Leistungen der landesweiten Kontaktstelle

SEKIS verfügt über umfassendes Wissen zur Selbsthilfe in Berlin  

Die Kontaktstelle unterhält die zentrale bezirksübergreifende Datenbank zur Dokumentation und Vermittlung von Initiativen.

  • Datenbank der Selbsthilfe 
  • Datenbank zu Einsatzmöglichkeiten für Ehrenamtliche in der Selbsthilfe
  • Datenbank zu Publikationen von Selbsthilfeorganisationen in Berlin
  • Alle Informationen sind auch als Internetdatenbank zugänglich und werden regelmäßig aktualisiert  

SEKIS publiziert das Praxiswissen zur Selbsthilfe und über die Gruppen in Berlin

SEKIS stellt  Grundlageninformationen zur Selbsthilfe-Unterstützung zur Verfügung und publiziert das Wissen, das diejenigen brauchen, die selbst aktiv werden wollen oder die Selbsthilfe in ihren beruflichen Feldern anregen wollen:

  • Anleitungen zur Gruppengründung
  • Materialien zur Vereinsgründung und Projektfinanzierung
  • Themenspezifische Materialen  
  • Selbsthilfe-Wegweiser als Printmedium und als Internetdatenbank
  • Eine Liste der Berliner Selbsthilfegruppen wird gepflegt und veröffentlicht
    (Abnehmer sind vor allem gesundheitliche Dienste und Professionelle in der sozialen und med. Versorgung)
  • monatlichen Newsletter
    SEKIS sammelt und stellt regelmäßig aktuelle Informationen zu (neuen) Gruppen, Themen rund um die Selbsthilfe und von Kooperationspartnern zur Verfügung.

Fortbildungsplattform

SEKIS führt Informations- und Fortbildungsveranstaltungen für Aktive in der Selbsthilfe und für Fachpersonal im Bereich gesundheitliche und soziale Versorgung, Gesundheitsförderung und Prävention sowie zum Engagement im Umfeld von Pflege durch.

Kooperationshilfen

  • SEKIS stellt Materialien zur Verfügung, die für Partner der Selbsthilfe, z.B. Krankenhäuser, Ärzte und Patienten den Weg zur Selbsthilfe erleichtern.
  • SEKIS kennt relevante Gremien, Arbeitskreise, in denen Selbsthilfe und Professionelle zusammenarbeiten.  

SEKIS bietet konkrete Information für Ratsuchende

  • SEKIS ist zentrale Clearingstelle für Menschen, die nach selbst bestimmter Hilfe und nach Erfahrungswissen suchen
  • Beratung in Einzelgesprächen und Vermittlung von Ratsuchenden an relevante Dienste
  • SEKIS ist Ansprechpartner für nahezu alle Institutionen im Sozial- und Gesundheitsbereich

SEKIS ist Zentrum der Patientenunterstützung.

Da die Mehrzahl der Selbsthilfegruppen Zusammenschlüsse zu gesundheits- und krankheitsbezogenen Themen sind, spielen Patienteninteressen und die Vermittlung von Beteiligungsmöglichkeiten der Selbsthilfe eine immer größere Rolle. SEKIS kooperiert dafür mit allen wichtigen Institutionen.  

SEKIS bietet umfassende Projektberatung

  • Beratung zur Vereinsgründung und rund um die Gemeinnützigkeit
  • Finanzierungsberatung zur Erschließung von Mitteln für Gruppen und selbstorganisierte Projekte
  • Beratung zur Förderung durch die Krankenkassen
  • Unterstützung bei der Organisationsentwicklung  und zum Konfliktmanagement  

SEKIS leistet infrastrukturelle Hilfe

  • Raum- und Serviceangebot für Selbsthilfe Öffnungszeiten der 3 Gruppenräume                

Interessenvertretung und Moderation der Anliegen von Betroffenen oder Patienten

SEKIS kennt die Themen der Menschen, die sich in Selbsthilfe organisieren.
Voraussetzung dafür ist die

  • kontinuierlicher Kontakt mit Gruppen, Organisationen und Institutionen
  • Koordination und  Vernetzung von Gruppen und Fachleuten
  • Organisation und  Moderation von  Foren und  Gremien  

SEKIS leistet den Transfer der Anliegen der Selbsthilfe in den fachlichen Diskurs professioneller Hilfe und in die Politik. SEKIS pflegt dafür Kooperationsbeziehungen zu relevanten Akteuren und bringt sie miteinander ins Gespräch. SEKIS moderiert dafür landesweite Foren (z.B. Berliner Selbsthilfeforum chronisch kranker und behinderter Menschen - ein Zusammenschluss von krankheitsbezogenen Organisationen). Dieses Wissen wird in Vorträgen und Gremien weitergegeben.  

Beitrag zur Qualitätsentwicklung von Kontaktstellen sowie Projekten und Initiativen

SEKIS leistet Unterstützung zur Stärkung der Berliner Selbsthilfe-Kontaktstellen und von kleinen Initiativen bei der Umsetzung von Qualitätskonzepten durch ·         Beratung und Hilfen bei der Umsetzung

  • Die Veröffentlichung von Arbeitshilfen (z.B. eines Leitfadens für die Qualitätsentwicklung von Projekten und kleinen freien Trägern )
  • Beratung der Selbsthilfekontaktstellen zur Qualitätsentwicklung (Handbuch)         

 

Kooperation  

Selko e.V. ist Kooperationspartner des Verbandes für sozialkulturelle Arbeit als Dachverband der Berliner Stadtteilzentren und realisiert mit diesem gemeinsam den Integriertieren Stadtteilzentren-Vertrag[9] der Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales Berlin, über den die Selbsthilfe-Kontaktstellen gemeinsam mit den Stadtteilzentren in Berlin gefördert werden.